Paganini Complete EditionNicolò Paganini: Complete Edition, erschienen im Gedenken an Pietro Mosetti Casaretto (gest. 2012), den Gründer des Labels DYNAMIC
Diverse Interpreten, darunter Ruggiero Ricci, Massimo Quarta, Leonidas Kavacos und Salvatore Accardo, Violine; das Orchestra of the Teatro Carlo Felice di Genova unter Massimo Quarta; das Nordwestdeutsche Radio-Symphonie-Orchester unter Ernest Bour; The Chamber Orchestra of Europe unter Franco Tamponi; das RIAS-Orchester unter Jacques Delacôte; das Polish Radio Symphony Orchestra unter Kees Backels; das Orchestre Symphonique von Radio-Télé Luxembourg; das Quartetto Paganini; Giuseppe Briasco, Maurizio Preda, Adriano Sebastiani und Guido Fichtner, Gitarre; Marco Pasini, Klavier und diverse andere
Aufgenommen zwischen 1973 und 2018
40 CDs, DYNAMIC
CDS 7734.40, im Vertrieb von NAXOS

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Der Name Nicolò Paganini (1782–1840) steht für Geigen-Virtuosität … meint auch Danielo Prefumo, der ebenso kompetente wie schreibgewandte Autor der liner notes zu dieser opulenten Edition: „It is practically impossible to speak of the violin without mentioning Paganini, for in the history of this string instrument Paganini was a veritable milestone, in that what came before him is definitely and without a shade of doubt different from what came after him.“
Vierzig CDs, das sind rund vierzig Stunden Musik. Natürlich sind nicht alle Aufnahmen neu entstanden … dafür haben die Herausgeber aber die Chance gehabt, legendäre ältere Produktionen in das Programm aufzunehmen. Die Paganini-Edition ist durch ein paar Neuentdeckungen ergänzt worden – außerdem durch Huldigungen seitens anderer Komponisten an den Geiger und Komponisten. Johann Nepomuk Hummel (1778–1837) hat auf Stücke von Paganini Bezug genommen, ebenso Ignaz Moscheles (1794–1870), Franz Liszt (1811–1886) Robert Schumann (1810–1856) und andere … alles Werke für Klavier, die Marco Pasini im März und Mai der Jahre 2000 und 2003 eingespielt hat. Immer wieder waren es dabei Paganinis Capricen op. 1, die zeitgenössische oder spätere Komponisten zu eigenen Werken inspiriert haben. Rund hundert Jahre nach ihrem Entstehen schrieb Luigi Dallapiccola (1904–1975) seine „Sonatina Canonica su Capricci di Nicolò Paganini“ für Klavier. Auch ihre vier Sätze sind auf der CD „A Tribute to Paganini Vol. 1 und 2.“


Und dem Geiger Ruggiero Ricci sind zwei CD gewidmet. Er hat 1973 die zweite Gesamtaufnahme der vierundzwanzig Capricci op. 1 überhaupt herausgebracht – sie ist auf CD 36 enthalten. Von dem gleichen Geiger, Ruggieri Ricci, stammte auch die erste komplette Aufnahme der Capricci von 1950. Von diesen Schallplatten (es handelt sich um zwei 78er Schellackplatten) sind Exemplare erhalten, die auch im Handel gelegentlich auftauchen, in der Edition ist die Aufnahme allerdings nicht enthalten. Danielo Prefumo schreibt: „Until the first decades of the 20th century it was customary to perform and record the Caprices (generally not all of them but only those that were considered more interesting) with an arbitrary piano accompaniment; only in 1950 did Ricci make the first complete recording of all 24 pieces following the original version, which is for solo violin. Indeed Ruggiero Ricci and later on Salvatore Accardo, to whon our fifth bonus CD is dedicated, had a pioneering role in the rediscovery of the right way to perfom Paganini, and we have deemed it fitting to pay tribute to them in this box-set.“
Salvatore Accardo (*26. September 1941) hat die Capricen für die Deutsche Grammophon eingespielt, seine Einspielung ist in der Edition allerdings nicht wiederveröffentlicht. Dafür finden wir auf CD Nº37 Paganinis Violinkonzert Nr. 2, dazu Variationen über Barucabà und über „God Save the King“ op. 9 für Violine und Klavier. Das Orchester im Violinkonzert ist das SWR-Symphonieorchester, der Dirigent ist Ernest Bour.
Paganinis Werke, in denen er die Gitarre solistisch oder in der Kammermusik eingesetzt hat, sind hier, das heißt in Gitarre & Laute PRINT und ONLINE häufiger gewürdigt worden. Adriano Sebastiani spielt auf CD Nº32 die Ghiribizzi, Guido Fichtner Einzelstücke auf CD Nº31 und die Gitarren-Sonaten auf CD Nº29 und 30. Der Gitarrist Maurizio Preda war verantwortlich für den Gitarrenpart in den Duos für Violine und Gitarre (CD Nº 18–20).
Die „PAGANINI Complete Edition“ ist die erste ihrer Art und sie ist für einen vergleichsweise günstigen Preis im Handel. Dabei liefert sie noch ein paar Bonbons, von denen bisher nicht die Rede war. Zum Beispiel sind die sechs Violinkonzerte und andere Werke auf der originalen 1742er Guarneri del Gesù aus dem Besitz von Paganini eingespielt. Außerdem wird eine CD mit seltenen Werken oder Neuentdeckungen mitgeliefert. Hier haben Nicholas Goluses und Fabrizio Giudice, Gitarre, mitgewirkt, außerdem ein Chor und verschiedene Gesangssolisten. Ansonsten … mehr Paganini gibt’s nicht! Nach dem heutigen Stand der Informationen sind alle überlieferten Komponisten des Zaubergeigers in dieser Edition enthalten. Und alle in nicht nur mustergültigen, sondern belebenden, beschwinglichen – ja! – betörenden Interpretationen.